September

 

September - Pflanzenportrait Holunderbeeren

Holunderbeeren

Ein segensreiches Gewächs, im Frühjahr duftende, heilsame Blüten und jetzt glänzende, schwarze Beeren.
Der Holunderstrauch kann bis zu 10 Meter hoch werden. Die Rinde des Stammes und der älteren Äste ist rissig und graubraun, die jüngeren Zweige sind grün mit grauen Punkten, den Rindenporen, besetzt. Im Inneren der Zweige befindet sich ein weißes, weiches  Mark. Die Blätter sind gegenständig, unpaarig gefiedert. Süßliche, duftende Blüten stehen in Trugdolden am Ende der  Zweige. Jede Trugdolde hat meist 5 Hauptäste, die weiß gelblichen Kronblätter umschließen 5 Staubblätter und den Fruchtknoten, der sich zu blauschwarzen, saftigen, 3samigen Beeren  entwickelt. Der Holunder ist selbstbefruchtend, er braucht keine  Bestäuber.
Die Gattung hat viele Arten und Unterarten. In Europa kommt vor allem Sambucus Nigra (Botanischer Name) der schwarze  Holunder vor.
Namensgebend für die Pflanze sind die Beeren.
In Europa ist er bis in eine Höhe von 1500 Metern fast überall anzutreffen. Seit Jahrhunderten wird er vom Menschen angebaut und ist daher auch in vielen Gärten verbreitet.
Der  Holunder hat einen festen Platz in der Naturheilkunde und ist auch in der Mythologie von Bedeutung. Er ist der Erdgöttin geweiht und stellt ein Tor zur Unterwelt dar. Nach dem Volksglauben sollte er Negatives von außen fern halten, Negatives von Haus, Hof und Stall anziehen und in die Erde ableiten. Zudem glaubte man, Holunder könne durch Opfergaben, die unter den Busch gestellt wurden, Krankheiten von den Menschen nehmen.
Ebenso galt er als Schutzstrauch gegen Geister und Dämonen. In England trugen Bestatter stets etwas Holunderholz bei  sich und in Amerika findet man noch heute viele Friedhöfe mit Holundersträuchern, welche zur Abwehr böser Geister gepflanzt wurden.
Der Holunder enthält  eine  Vielzahl von Inhaltsstoffen. Die leichten Giftstoffe der Pflanze  heißen  Sambunigrin und NigrinB. Sie sind leicht gesundheitsschädlich aber nicht lebensgefährlich. Außerdem werden sie durch Erhitzen  auf ca. 80 Grad unschädlich; sie befinden sich in der Wurzel der Pflanze, den unreifen Früchten  und in geringem Maße in den Blättern und der Rinde.
Speziell für Kinder können unreife Beeren gefährlich sein; Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind die Folgen eines Verzehrs.
Für den antioxidativen Effekt des Holunders sind die Beeren verantwortlich. Sie enthalten Flavonoide  und Phenole, die den antioxidativen Stress reduzieren. Das heißt, sie schützen unsere Zellen und sind als Radikalfänger aktiv.
Inhaltsstoffe: Sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe, Fruchtsäure, Folsäure, Zink, Phosphor, Eisen, Kalium, Kalzium, Vitamine C, B1, B2, B6, K, Niacin.
Anwendung: Stärkung des Immunsystems, herz und kreislaufstärkend, darmreinigend, cholesterinsenkend, bei Ischias und  Nervenschmerzen.
Gesammelt werden die schwarzen, glänzenden Beeren. Nach der Ernte sollten sie schnell verarbeitet werden. Die kleinen Beeren lassen sich am besten mit einer Gabel von den Fruchtständen lösen.
Man trocknet sie oder verarbeitet sie zu Mus, Gelee, Marmelade, Saft oder Likör.
Holunderbeeren schäumen beim Kochen sehr stark, deshalb immer einen hohen Topf verwenden

Beerensaft ohne Zucker
1kg Holunderbeeren, Saft einer Zitrone, Wasser, Sieb, Mullwindel, saubere Flaschen.
Beeren waschen und von den Stielen befreien
1/4 l Wasser und die Beeren aufkochen; 5 Minuten köcheln, die Beeren zerdrücken.
Sieb über einen Topf geben und die Mullwindel  drauflegen
Saftwasser durchlaufen lassen und die Windel vorsichtig auspressen.
Pressrückstand in den Topf geben nochmals mit 1/4l Wasser aufkochen und wieder auspressen.
Den Saft einer Zitrone mit dem Hollerbeerensaft vermischen und noch einmal aufkochen
Noch heiß in ausgekochte Flaschen füllen und sofort verschließen.
Der Saft kann pur genossen werden oder mit Fruchtsäften, Tee, Joghurt  oder Wasser vermischt.
Er eignet sich zur Stärkung des Immunsystems, wirkt schweißtreibend, fiebersenkend, entzündungshemmend, nieren- und blasenwirksam.

Die Beeren sind schon reif, viel Spaß beim Sammeln.
Christine

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