Oktober

 

Oktober - Pflanzenportrait Beinwellwurzel

Beinwell
Langsam kommt die Zeit, sich nach heilkräftigen Wurzeln umzuschauen, daher im Oktober eine allseits bekannte Heilpflanze, der Beinwell, bzw. die Beiwellwurzel.
Die Heilpflanze aus der Familie der Rauhblattgewächse wird auch Wall oder Beinwurz genannt. Botanischer Name: Symphytum Offizinales. Sie wächst an eher feuchten Stellen, Bachufern, Wiesen aber auch in Gärten findet man sie. Es gibt ca. 40 verschiedene Arten, die hauptsächlich in Europa, Nordafrika und Asien beheimatet sind.
Seit der Antike wird die Pflanze geschätzt und verwendet.
Die heilenden Wirkstoffe der Pflanze befinden sich hauptsächlich in der Wurzel. Zur Ruhezeit (Oktober bis April) sind diese sehr hoch.
Heilmittel aus Beinwell werden nur äußerlich angewendet. Schon Hildegard von Bingen schrieb: „Die innere Anwendung bringt die gesamte Ordnung durcheinander, aber auf der Haut aufgetragen heilt es die Geschwüre der Glieder!“
Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sind krebsfördernd und leberschädigend.
Beinwell beinhaltet mehr Allantonin als jede andere heimische Pflanze. Es wird für die Zellbildung benötigt und bringt schlecht heilende Wunden sogar nach Eiterbildung  zum Heilen.
Die Wurzel der mehrjährigen Heilpflanze ist dick, spindelförmig, ästig und saftig. Außen ist sie dunkelbraun bis schwarz gefärbt, innen hellgelb bis weiß. Sie reicht tief in den Boden hinein.
Der Stängel der Pflanze ist dicht behaart und wird bis zu einem Meter hoch. Die Wurzelblätter sind groß, gestielt und zungenförmig. Die Blätter am Stängel laufen weit nach unten und sind wie die Wurzelblätter rauborstig.
Die Blüten sind schmal flockig, sie stehen endständig in einseitigen Trauben. Beinwell blüht von Mai bis August in verschiedenen Farbvarianten. Am häufigsten purpurrot oder violett, manchmal auch weiß oder gelblich.
Die Wurzel lässt sich nur schwer trocknen. Nach der Ernte mit einer Bürste reinigen und antrocknen lassen (1-2 Tage).
Danach der Länge nach in Stücke schneiden und am Besten in Ofennähe trocknen lassen. Man kann die Wurzelstücke aber auch auf eine Schnur auffädeln und so trocknen.
Inhaltsstoffe: Allantonin, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Schleim, Asparagin, ätherisches Öl, Flavonoide, Stigmasterol, Pyrrolizidinalkaloide.
Eigenschaften: wundheilend, gewebebildend, zellerneuernd, entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend.
Verwendung bei: Brüchen, Knochenverletzungen, Sportverletzungen, Bandscheibenschmerzen, Arthrose, Ischias, Gelenkschmerzen.

 

Beinwell-Emulsion soll bei Hexenschuss, Schmerzen im Wirbelsäulenbereich, den Gelenken, sowie als Umschlag bei Angina sehr wirksam sein. Wichtig: nicht auf offene Wunden bringen.

60 Gramm neutrale, nicht zu flüssige Körpermilch
Je 10 Gramm  (1 Kaffeelöffel) Johannisöl, Beinwelltinktur, Arnikatinktur, sowie 5 Tropfen gutes ätherisches Öl (Weihrauch wirkt entzündungshemmend)
Die Körpermilch in eine Plastikflasche mit weitem Hals geben, das Johannisöl dazugeben und schütteln; die Tinkturen dazu und wieder schütteln
Zuletzt das ätherische Öl. Die Mischung sollte nicht zu flüssig sein.

Beinwellöl:
Frische oder getrocknete Beinwellwurzeln, gutes Pflanzenöl und ein Glas.
Das Glas zur Hälfte mit den geschnittenen Wurzeln befüllen und mit dem Öl auffüllen. Glas verschließen und im Wasserbad erhitzen; ca. 15 Minuten köcheln lassen. Herd abschalten und den Topf stehen lassen; das Öl muss langsam abkühlen.
Das verschlossene Glas drei Tage an einem warmen Platz stehen lassen und täglich umdrehen nicht vergessen. Mit einem Kaffeefilter abfiltern und in eine dunkle Flasche füllen; beschriften und kühl lagern (nicht im Kühlschrank).
Das Öl kann direkt auf die Haut aufgetragen werden oder man verwendet es für andere Produkte.

Beinwellsalbe einfach:
10 Gramm Bienenwachs
50 Gramm Beinwellöl
Je 10 Tropfen ätherisches Thymian- und Wacholderöl.

Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und das Öl nach und nach einrühren bis eine homogene Masse entsteht. Das ätherische Öl zum Schluss beifügen. In Tiegel füllen und erst nach den Erkalten verschließen, beschriften, kühl gelagert ca. halbes Jahr haltbar.

Ein Beinwellbreiumschlag kann bei Verstauchungen, Prellungen, Sehnenscheidenentzündungen, Prellungen sehr hilfreich sein.
2-4 El. getrocknete, pulverisierte Beinwellwurzeln mit heißem Wasser übergießen; den Brei auf ein Tuch streichen und auf die betroffene Stelle geben; über Nacht drauf lassen.

Es gibt natürlich auch sehr gute Beinwell Produkte aus der Apotheke z.B. die Kyttasalbe; aber warum nicht einmal mit etwas "Selbstgemachten“ versuchen?
Ich wünsche euch viel Erfolg beim Wurzengraben und einen schönen Oktober.
LG Christine

 

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