Mai

 

Mai - Pflanzenportrait Giersch

Giersch
Der Giersch, auch Erdholler genannt, ist ein wertvolles Heil- und Küchenkraut.
Gärtner entfernen und bekämpfen ihn. Dabei kann man dieses  Wildkraut sinnvoll in der Ernährung und zu Heilzwecken einsetzen.
Das Kraut gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler; wird  bis zu 90 cm hoch, hat weiße Blüten und eiförmige Früchte.
3×3 so lautet die Formel der Pflanze.
Blattstiel  3 kantig
Blatt          3 geteilt
Einzelblätter 3 geteilt
Wegen der 3 geteilten, dem Fußabdruck einer Ziege, ähnelnden Form, nennt man die Pflanze auch Geissblatt.
Botanischer Name: Aegopodium podograria
Übersetzt bedeutet dies ungefähr " die Gicht heilendes Ziegenfüßchen".
Kaum ist der Schnee geschmolzen entfalten sich die ersten Triebe.
Reibt man die Gierschblätter zwischen den Fingern entfaltet,  sich ein herb-würziger Geruch der an Petersilie und Möhren  erinnert. Geerntet werden die jungen Triebe vom Frühjahr bis zum Herbst, die Früchte im August und die Wurzel im Frühjahr oder im Herbst. Ältere Blätter sind im Geschmack intensiver, allerdings auch zäher. Diese erntet man im Mai/Juni. Sie eignen sich als Zugabe bei Kartoffelgerichten, für Soßen und Suppen.
Giersch ist aber auch eine wertvolle Heilpflanze
Eigenschaften:
Antirheumatisch, entwässernd, entzündungshemmend, wundheilend, abführend, beruhigend.
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Cumarine, Harz, Flavonoide, Saponine , Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Proteine, 4× soviel Vitamin C wie eine Zitrone, 15 x soviel wie Kopfsalat.
Verwendungszweck:
Rheuma, Gicht, Arthrose, Blasenentzündung ,Übergewicht, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Durchfall und Wunden.
Er stärkt das Bindegewebe und hilft Giftstoffe auszuleiten.
Durch den hohen Mineralstoffgehalt ist die Pflanze basisch. Sie fördert den Stoffwechsel und die Harnorgane; sie entsäuert und entwässert. Wozu also diverse Nahrungsergänzungsmittel kaufen?
Giersch wird als Tee innerlich, als Badezusatz und  Breiumschlag äußerlich angewendet. Verwendung findet die ganze Pflanze.
Die vielen guten Eigenschaften dieses Wildkrautes sollte man sehr schätzen.
Sieht man den Giersch  nicht als Unkraut, wird man sich mit ihm vielleicht sogar anfreunden.
Die Koreaner sind uns da schon einen Schritt voraus. Dort wird Giersch als Gemüse angebaut.
Im Mittelalter wurde er bei uns auch schon als Nutzpflanze in Klostergärten angebaut. Vermutlich stand er schon in der Steinzeit auf dem Speiseplan.
Besonders die jungen, gerade entfalteten Blätter eignen sich für verschiedene Gerichte.
Sie schmecken nach Petersilie, einem Hauch von Möhren und Sellerie. Bei regelmäßiger Ernte treiben sie immer wieder aus. Junge Gierschtriebe auf Salaten in Suppen oder auf einem Butterbrot sind eine gesunde Alternative.
Aber auch größere Pflanzen und die Blüten  kann man verwenden. Sie schmecken süßer als der Rest der Pflanze. Man kann mit ihnen Essig oder Öl automatisieren oder man verwendet sie für Kräuterlimonade. Besonders saftig sind die Stiele und die Früchte.
Gefüllte Gierschkartoffel:
Kartoffel mit der Schale sieden, halbieren und aushöhlen,
Kartoffelmasse zur Seite stellen; Zwiebel fein hacken und in Olivenöl anrösten; junge Gierschtriebe fein schneiden und dazu geben. Mit Sahne aufgießen und ein bisschen einkochen lassen. Schmelzkäse dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Kartoffel darunter mischen und abschmecken.
Die ausgehöhlten Kartoffelhälften damit füllen, mit Käse bestreuen und im Rohr überbacken. Dazu einen grünen Salat.
Wenn man Giersch oder überhaupt Wildkräuter sammelt, ist eine genaue Kenntnis der Pflanzen wichtig. Viele Wildkräuter haben Verwandte, die ähnlich ausschauen, manchmal jedoch giftig, im schlimmsten Fall tödlich sein können. Beim Giersch ist das der Schierling. Daher bitte nur die Pflanzen, die man genau kennt, sammeln.
Liebe Grüße  Christine

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