Juni

 

Juni - Pflanzenportrait Mädesüß

MÄDESÜSS
Das Aspirin der Wiese
Diese Heilpflanze ist eine winterharte, ausdauernde Staude. Sie kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die Blätter ordnen sich wechselständig an, Blattoberseite dunkelgrün, kahl, Blattunterseite weist eine filzige Behaarung auf. Die Blattränder sind fein gesägt. Der Stängel  ist kantig, wenig verzweigt.
Das Heilkraut blüht in der Regel zwischen Ende Mai in August.
Die weiß/cremefarbigen Blüten sind  in einer doldenähnlichen Anordnung und bestehen meist aus 5 bis 6 Kronblätter. Auffällig ist der starke, süßliche Duft der Blüten. Sie bilden nach der Befruchtung kleine, balgartige Nussfrüchte aus, die meist 2 Samen enthalten.
Mädesüß findet man an Bachufern, Gräben und feuchten Wiesen. Das Kraut mag "nasse Füsse".
Verwendung  findet die ganze Pflanze. Sie wird gebündelt, kopfüber im Schatten getrocknet.
Botanischer  Name: Filipendula ulmaria
Volksnamen: Spierkraut, Immenkraut, Wiesenkönigin, Wiesengeißbart
Die Pflanze gehört zur Gattung der Rosengewächse.
Inhaltsstoffe:
Salicylsäureverbindungen, Spireasoid, Rutin, Vanillin, den Gerbstoff Ellagitannin (wirkt antioxidativ), Zitronensäure, Flavonoide.
Heilwirkung: Kopfschmerzen, Rheuma, Gelenkschmerzen, Gicht, Arthritis, grippale Infekte, Fieber, Völlegefühl, Blähungen.
Eigenschaften: fiebersenkend, harn und schweißtreibend, schmerzlindernd, antiseptisch, säurebindend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd.
Tee bei Grippe:
25 Gr. Mädesüßblüten
25 Gr. Königskerzenblüten
25 Gr. Schlüsselblumen
25 Gr. Ecchinacea
3 × tägl. 1 Tasse trinken. Wirkt fiebersenkend und schleimlösend.

Mädesüßblüten  werden als Aufguss zubereitet. Zu beachten: Wasser muss heiß sein aber nicht kochend, kochendes Wasser löst die Salicylverbindungen auf und macht sie unwirksam.
Gesichtsbad bei starker Akne: 2 Teelöffel Mädesüßblüten mit heißem Wasser übergießen, Gesicht darüberhalten, nicht abtrocknen.
In der heutigen  Volksmedizin hat die Heilpflanze eine Bedeutung. Als Tee, Tinktur, Ölauszug oder Kräuter Wein, das Kraut ist vielseitig einsetzbar. Die gebräuchlichste Form ist der Tee. Egal ob Entzündungen, Schmerzen oder Erkältungsbeschwerden. Der Tee sollte immer ungesüßt  getrunken werden. Achtung: nur 3 Tassen täglich!
Das Heilkraut lässt sich in der Küche als Würzmittel sehr gut einsetzen. Meistens wird es zur Aromatisierung von Gelees oder Getränken verwendet. Es verleiht Süßspeisen einen feinen Geschmack.  Kompotte lassen sich mit Mädesüßblüten perfekt würzen. Die Geschmackstoffe lassen sich in Wasser  lösen. Für Kirsch, Apfel, Pflaumen oder auch Birnenkompott sehr gut geeignet. Ein paar Löffel  Wasser zu den Früchten geben, Mädesüßblüten  darüberstreuen und ziehen lassen. Eventuell etwas Zucker und Zimt dazu geben.
Die Blätter  der Heilpflanze können zum Würzen für Fisch und Wildgerichte verwendet  werden. In der französischen und belgischen Küche wird es häufig gebraucht. Die Inhaltsstoffe der Pflanze sorgen dafür, dass  bei deftigen  Speisen Beschwerden wie Völlegefühl  und Sodbrennen gelindert werden.
Mädesüssgelee:
2 Lt.Orangensaft
1,3 kg Gelierzucker 3:1
Zitronensaft nach Geschmack
5 ltr. Eimer Blüten

Die ungewaschenen, sauberen Blüten in ein Gefäß  geben, etwas  zusammen  drücken; den Osaft dazugeben  und abdecken; über Nacht  stehen  lassen. Den aromatisierten Saft durch ein Sieb gießen, die Blüten ausdrücken. Nach Geschmack Zitronensaft dazu geben. Den Gelierzucker beifügen und unter ständigem  rühren aufkochen. Noch heiß in saubere Schraubgläser füllen.
Mädesüß war schon  bei den Germanen und Römern als Heilpflanze  bekannt, man würzte damit den Honigwein.
Bei den keltischen  Druiden war das Kraut  heilig; es wurde als Duftpflanze genutzt, indem man die Blüten auf den Boden streute.
Aus dem 16. Jhd. ist die Verwendung  von Mädesüß als Heilpflanze  durch Lonicerus und Hieronymus Bock überliefert. Hildegard v. Bingen kultivierte sie in ihrem  Klostergarten.

Noch ein wichtiger Hinweis! Bei einer bekannten  Unverträglichkeit gegen Salicylverbindungen  ist die Pflanze zu meiden.

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