August

 

August - Pflanzenportrait Augentrost

Augentrost
Botanischer  Name: Euphrasia officinales

Die  auf den ersten  Blick unscheinbar wirkende Heilpflanze  gehört zur Familie der Braunwurzgewächse und ist in Europa beheimatet.
Augentrost wächst in der Nähe von Gräsern auf  Wiesen, Weiden, am Waldrand, auf trockenen  Hängen  aber  auch in Mooren. Anzutreffen bis in 2500 Meter  Höhe.
Als Halbschmarotzer zapft der  Augentrost unter der Erde die Wurzeln der benachbarten Gräser an und entzieht ihnen die Nährstoffe. Bei  den  Bauern ist er daher nicht sonderlich beliebt; er wird auch als Milch oder Heudieb bezeichnet.
Es hieß  auch, dass ein langer, kalter Winter komme, wenn er üppig blühte. Abgesehen von den Bauern erfreute sich der Augentrost großer Beliebtheit. Er wurde in ganz  Europa gesammelt.
Der Stängel ist verzweigt, die Höhe variiert von 5 bis 30 cm; an ihm stehen kleine, sehr unterschiedlich geformte Blättchen mit  7-10 langen, spitzen Blattrandzähnen, oft in  Blattknäueln zusammen sitzend.
Die dreilippige Ober- und zweilappige Unterlippe der Rachenblüte sind jeweils  10 mm lang, weiss mit lilafarbenen Adern; auf der Unterlippe findet sich ein gelber Fleck. Der Blütenstand ist vielblütig.
Es gibt circa 200 verschiedene Arten, alle haben eine ähnliche Heilwirkung.
Blütezeit: Juni bis September
Gesammelt wird das blühende Kraut.
Verwendet wird das ganze Kraut frisch, getrocknet oder als Tinktur.
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitter und Gerbstoffe, Glycoside (Aucubin Euphrasin), Flavonoide
Wirkung:
Entzündungshemmend, zusammenziehend , verdauungsfördernd, appetitanregend.

Augentrost ist auch ein Magentrost, man kann  ihn bei leichten Magenbeschwerden einsetzen. Ebenso bei Schnupfen, Heiserkeit; egal ob die Nase läuft, die Nebenhöhlen verstopft  sind, ob Husten die Lunge quält, Augentrosttee kräftigt und reinigt die Schleimhäute und verbessert  dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte. Dazu den Tee circa 6 Wochen lang trinken.
Bereits  im 14. Jhd. wurde bei  Augenproblemen  zu diesem Kraut gegriffen. Das kam nicht  von ungefähr. Ähnliches  mit Ähnlichem heilen, diesen Ansatz kennen  wir bis heute in der  Homöopathie. Bei der ursprünglichen Untersuchung von Pflanzen als Heilkräuter  waren  die  Untersuchungsmöglichkeiten der Inhaltsstoffe  sehr eingeschränkt. Stattdessen wurde damals anhand bestimmter Pflanzenmerkmale auf ihre Heilwirkung  geschlossen. Oder wie Paracelsus zusammen fasste: die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs  zu dem darzustellen es gut ist!
Die  Blüten des Augentrostes erinnern ein wenig an die Augen.

Nannten  die Griechen  die Pflanze  noch Euphrasia,  was  so viel wie Frohsinn bedeutet, so weisen die Namen  in anderen  Sprachen ganz  deutlich  auf die heilende Wirkung  bei Augenproblemen  hin.
In Italien  heißt er Luminella, Licht für die Augen. Die Dunkelheit aus den Augen  vertreiben sollte der Augentrost wenn  er mit den Reben zu Wein vergoren und dieser ein Jahr lang getrunken wurde. Nach Ablauf des Jahres wurden dann die Brillen hinweg gethan, und allerley Schrift gelesen, daher  eventuell auch der französische Name "Casse  Luñette" Brillenbrecher. Dem englischen Eyebrigth, Augenglanz, schrieb der Botaniker Nicholas Culpeper überdies die Kraft zu, die Sehkraft im Alter  verbessern zu können.

Augentrost zählt heute zu den am häufigsten eingesetzten homöopathischen Mitteln bei Augenentzündungen, Reizungen sowie allergischen Zuständen (Heuschnupfen).
Die chinesische Medizin  stuft ihn als kühlend ein und nutzt den Augentrost,  um die  aus der  Leber aufsteigende Hitze- die wiederum zu Augenproblemen führen kann- zu reduzieren.

Augentrost Wein:
2 Hände voll frisches Augentrostkraut in 3/4 Liter guten Weißwein ansetzen. 2 Wochen an einem warmen, hellen Platz stehen lassen und täglich umdrehen nicht vergessen. Danach mit einem Kaffeefilter abfiltern. Jeden Abend ein Stamperl trinken.

Gerstenkorn und Bindehautentzündung:
5EL Augentrost Kraut  in 1/4Liter Wasser kochen und 5 Minuten stehen lassen. Abseihen und ein Wattepad damit tränken und auflegen.
Um Infektionen zu vermeiden ist bei der Verwendung von Augentrost  auf höchste Hygiene zu achten. Den Tee ausgiebig kochen, durch Kaffeefilter laufen lassen um Schwebteilchen zu vermeiden und für jede Anwendung frisch zubereiten.

Christine Müller

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