April

 

April - Pflanzenportrait Gundelrebe

Eine magische Pflanze



Die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, wächst ähnlich  wie der Efeu und kriecht  über den Boden; rankt an Zäunen und Steinmauern. Die Blätter sind Herz bis nierenförmig mit eingekerbtem Rand. Die Triebe werden bis zu einem Meter lang. Violette  Blüten erscheinen schon recht früh im Jahr. Sie stehen unterhalb der Blattachseln in Scheinquirlen. Da sie gerne wuchert, bedeckt sie innerhalb eines Jahres ziemlich grosse Bodenflächen. Sie kann daher auch im Garten als Bodendecker eingesetzt werden.
Reibt man die Blätter  zwischen den Fingern entfaltet sich ein herb-würzig Geruch.


Vorkommen: in ganz Europa und Nordasien; auf manchen Mittelmeerinseln nicht an zu treffen; in Nordamerika und Neuseeland würde das Heilkraut eingeschleppt.
Das Wildkraut gehört zur Familie  der Lippenblütler.
Botanischer Name: Glechoma hederacea.
Volksnamen: Erdefeu, Herr des Eiters, Donnerpflanze, Erdkränzlein


Die volle Heilkraft entfaltet die unauffällige Pflanze im zeitigen Frühjahr. Geerntet wird sie das ganze Jahr über. Sogar unter dem Schnee treibt sie frische Blättchen; daher ist sie eines der ersten verfügbaren Frühjahrskräuter.


Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitter und Gerbstoffe, Cholin, Kalium, Saponine und Vitamin C
Eigenschaften:
auswurffördernd, entzündungshemmend, Krampf und schleimlösend, trocknend, wundheilend und zusammenziehend
Wirkt bei: Lungenentzündung, Husten, Bronchitis, Angina und  Zahnfleischentzündungen, Nieren und Gallekoliken, eitrigen Wunden und Ekzemen


Die Gundelrebe ist ein wundervolles Mittel wenn es um langwierige Krankheiten geht. Überall wo Eiter fließt und viel Schleim vorhanden ist, kann man auf sie zurückgreifen.
Auch als Küchenkraut wird sie immer beliebter, da man sie sehr vielseitig einsetzen kann. Ihr besonderer Geschmack, sehr würzig, ein bisschen nach Minze, auf alle Fälle sehr intensiv, trifft vielleicht nicht jeden Geschmack. Ich empfehle daher bei der 1. Verwendung vorsichtig zu dosieren. Mit anderen Kräutern  gemischt sollte ihr Geschmack nicht vorherrschen.
Verwendet werden im Frühjahr Blüten und Blätter, die Blätter das ganze Jahr über.
Das Heilkraut kann frisch oder in Teeform angewendet werden, aber auch als Öl oder Tinktur tut es gute Dienste.


Gundelrebenöl:
-ein Schraubglas zu einem Drittel mit frischem Kraut befüllen, mit gutem Öl auffüllen (Kraut muss bedeckt sein)
-verschlossenes Glas für ca.4 Wochen an einem warmen Platz stehen lassen.2 × tägl. Umdrehen, abfiltern und in eine dunkle Flasche füllen; kühl lagern (nicht im Kühlschrank).


Wundblättchenöl:
Im Juni/Juli Blätter sammeln, in ein Glas pressen (muss bis oben gefüllt sein); ein paar Tage in der Sonne stehen lassen. Am Glasboden sammelt sich eine helle Flüssigkeit an. Diese seiht man ab und füllt sie in ein dunkles Fläschchen
Damit kann man sehr gut schlecht heilende Wunden  behandeln.


Gundelrebe Schnupftabak:
Getrocknete Blüten und Blätter fein mahlen
wird wie Schnupftabak angewendet; z.B. Nebenhöhlen Entzündung, Fliessschnupfen.


In der Küche:
Darf in der Neunkräutlsuppe nicht fehlen, in Salaten, Kräutersalz, Kräuterfüllungen oder auch in Süssspeisen.


Gundelrebeneis:
2 Bananen, 2 Zitronen, 1 Apfel, 5 Gramm Gundelrebenblätter, 300ml Sahne, Honig nach Bedarf


Bananen und Apfel in kleine Stücke schneiden, ausgepresste Zitronen darüber geben; Gundelrebe waschen und trocken tupfen, mit etwas Sahne und dem Obst pürieren und mit Honig abschmecken; Sahne steif schlagen und unter die Masse heben. Diese Masse einfrieren.
Mit Wiesen After eigth servieren.
Wiesen After eigth:
Gundelrebenblättchen mit geschmolzener Schokolade überziehen, trocknend lassen und als Verziehrung verwenden oder einfach so zum Naschen.

Geschichtliches:
Als Gund wurde bei den Germanen alles bezeichnet das mit Eiter, Schleim, Geschwülsten und Ekzemen zu tun hatte.
Die Walküre Gumit soll das Kraut bei ihren wundersame n Heilungen verwendet haben
Es war dem Donnergott geweiht und war die Speise seiner Boten.
Bis ins 17.Jahrhundert war das Kraut als Bierwürze beliebt.
Die Heilpflanze wurde meistens in Ziegenmilch aufgekocht da so die heilenden ätherischen Öle eine bessere Wirkung hatten. Kühe bekamen einen Kranz aus Gundelrebe zu fressen damit die Milchleistung wieder passte.
Ein Gundelrebenkranz in der Walpurgisnacht auf dem Kopf machte hellsichtig. Man könnte  sogar Hexen erkennen, hieß es.
Hildegard von Bingen:
Ein Mensch der lange kraftlos ist und dem das Fleisch schwindet soll mit Gundelrebe erwärmtes Wasser trinken und sie so oft als möglich als Zukost oder mit Fleisch verzehren. Dies wird ihm viel von Nutzen sein weil die guten Säfte des Kräuter den Menschen innerlich heilen. Gundelrebe ist warm und trocken.

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